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-167- Anl. 1 z.Prot. 13/6
Pet 1-12-06-111-069476 44892
Bochum
Wahlrecht
Beschlußempfehlung Das Petitionsverfahren abzuschließen.
Begründung Der Petent begehrt die Einführung einer Rubrik
"keine der vor-handenen Parteien" auf den Stimmzetteln
für die Wahl zum Deutschen Bundestag.
Er ist der Meinung, diese Rubrik eröffne den Bürgern die
Mög-lichkeit, zum Ausdruck zu bringen, einerseits mit den zur
Wahl stehenden Parteien nicht einverstanden zu sein, andererseits
sich von denjenigen zu unterscheiden, die sich aus bloßer Gleichgültigkeit
am politischen Geschehen oder aus demokratie-feindlicher Haltung
der Stimme enthielten. Die Veröffentlichung der für diese
Rubrik abgegebenen Stimmen würde die im Bundestag vertretenen
Parteien zwingen, ihr Verhalten, ihre Inhalte, ihre Glaubwürdigkeit
und vieles mehr zu modifizieren.
Der Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages kommt nach
seiner parlamentarischen Prüfung zu folgendem Ergebnis:
Die vom Petenten angestrebte Erweiterung eines Stimmzettels um die
Rubrik "keine der vorhandenen Parteien" entspricht nicht
seiner Zweckbestimmung. Diese liegt allein darin, dem Bürger
die Möglichkeit zu geben, mittels Bezeichnung einer Partei seiner
Wahl über den Einzug derselben in den Deutschen Bundestag sowie
über deren Stärke im Parlament zu bestimmen. Der Petitionsausschuß
sieht keine Notwendigkeit, den Sinn eines Stimmzettels dergestalt
zu erweitern, daß über die bloße Stimmenenthaltung
hinaus, dem Bürger die Möglichkeit eingeräumt wird,
seine Stimmenthaltung insoweit zu konkretisieren, die auf dem Wahlzettel
angegebenen Parteien "nicht" wählen zu wollen.
Dies vor allem vor dem Hintergrund, daß eine solche Aussage
auf dem Stimmzettel keine Rückschlüsse auf die wirklichen
Beweggründe des Bürgers zuläßt.
Der Petitionsausschuß ist der Auffassung, daß der Zielrichtung
des Petenten bereits durch eine Vielzahl von privaten Forschungsinstituten
dadurch Rechnung getragen wird, daß diese ihre Erkenntnisse
über das Wählerverhalten regelmäßig auch im
Rahmen von Wahlen durch die Medien bekannt machen.
Allein diese Forschungsinstitute vermögen es durch eine
umfassende Befragung der Wähler über Wünsche, Kritik
und Beweggründe genauer und effizienter den Wählerwillen
zu ermitteln, als das bloße Bezeichnen der Rubrik "keine
dieser Parteien" auf einem Stimmzettel.
Der Petitionsausschuß empfiehlt daher, das Petitionsverfahren
abzuschließen.
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